Der unglückselige Gelehrten-Beruf

A a a der Winter der ist da

A, a, a, der Winter der ist da. Herbst und Sommer sind vergangen, Winter, der hat angefangen, A, a, a, der Winter der ist da. E, e, e, nun gibt es Eis und Schnee. Blumen blüh´n an Fensterscheiben, Sind sonst nirgends aufzutreiben, E, e, e, nun gibt es Eis und Schnee. I, i, i, vergiß […]

Naturgedichte | Winter | 1874


Abend wird es wieder

Abend wird es wieder Über Wald und Feld Säuselt Frieden nieder Und es ruht die Welt. Nur der Bach ergießet Sich am Felsen dort, Und er braust und fließet Immer, immer fort. Und kein Abend bringet Frieden ihm und Ruh, Keine Glocke klinget Ihm ein Rastlied zu. So in deinem Streben Bist, mein Herz, auch […]

Abendlieder | | 1837


Abschied der Zugvögel

Wie war so schön doch Wald und Feld wie traurig ist anjetzt die Welt Hin ist die schöne Sommerzeit und nach der Freude kam das Leid Wir wußten nichts von Ungemach, Wir saßen unterm Laubesdach, Vergnügt und froh im Sonnenschein Und sangen in die Welt hinein. Wir armen Vöglein trauern sehr, Wir haben keine Heimat mehr, Wir müssen jetzt von hinnen […]

Gedichte mit Tieren | Heimat | | 1843


Ach Gott wie weh tut Scheiden

Ach Gott, wie weh tut Scheiden Von ihr, der Liebsten mein! In Schwarz will ich mich kleiden, Will alle Freuden meiden. Bis ich bei ihr mag sein. Ich will, wie Efeuranken Sich schmiegen um den Baum, So auch von dir nicht wanken In meinen Taggedanken Und nachts in meinem Traum. Leb wohl in Ruh und […]

Liebesgedichte | | 1870


Ach hättest du vom römischen Wesen

Ach ! hättest du vom römischen Wesen und von der römischen Literatur, o Vaterland, doch nichts gelesen, nichts als die römischen Münzen nur ! Doch hat uns Rom mit seinen Waffen nimmer ein solches Leid erdacht, als mit Latein die Laien und Pfaffen über das deutsche Reich gebracht. Deutsch wird der Papst noch eher lernen, […]

Deutsches | | 1841


Ach lieber guter Großpapa

Ach, lieber, guter Großpapa, Wann ist der Frühling wieder da? Uns Kindern wird ganz angst und bang: Der Winter währt auch gar zu lang. Und als wir heute so gefragt, Da hat der Großpapa gesagt: „Ei, Kinder, wollt Ihr artig sein, So stellt er sich gar zeitig ein.“ Der liebe Frühling meint es gut: Was […]

Frühling | Naturgedichte | | 1872


Ach Unser Leben ist nur ein Traum

Ach ! Unser Leben ist nur ein Traum, und unsere Hoffnung nur Schatten und Schaum. Wir suchen umsonst nach Freiheit und Glück und rufen umsonst den Frühling zurück, den Frühling, der unsere Zukunft enthüllt und unser Sehnen und Hoffen erfüllt. Die Wälder säuseln im Laubesgrün, die Quellen rauschen, die Blumen blühn, die Reben lüpfen die […]

Frühling | Politische Gedichte | | 1847


Ach was nützt daß ich so viel geworden

Ach ! was nützt, daß ich so viel geworden, und daß ich so vieles nenne mein ? Großer Gott, mir fehlet noch ein Orden, könntest du mir solchen doch verleih‘n ! Ja, und wär´s vielleicht auch nur ein kleiner, den der kleinste Potentat ersann; Immer besser einer doch als keiner, zierte der kleinste doch auch […]

Spott auf Obrigkeit | | 1840


Ach wir sind zu sehr befangen

Ach ! wir sind zu sehr befangen in der eigenen Schlechtigkeit, daß wir immer noch verlangen immer nach der besseren Zeit. Doch wir wollen uns bestreben, wollen tun, wie ihr es tut, und so ganz dem Guten leben ohne allen Zweifelsmut. Und wir wollen nicht mehr streiten, wollen sehen, wie ihr es seht; O wie […]

Spott auf Obrigkeit | | 1840


Ach, wär ich doch bald genesen

Ach, wär´ ich doch bald genesen Und dürft´ hinaus ins Feld! Es ist der Frühling gekommen: Nun freut sich alle Welt. Hell aus den Lüften erschallet Gesang und Jubelgetön. Es grünt und blühet im Tale, Es bläu´n sich die fernen Höhn. Ach, war´ ich doch bald genesen! Wie ist mir Angst und bang! Mich hält […]

Frühling | | 1842


Der unglückselige Gelehrten-Beruf

Hoffmann überlegt hin und her, wie er einen Ausweg aus seiner Situation finden kann. Größere wissenschaftliche Arbeiten lassen sich bei den Umständen, unter denen er lebt und arbeitet nicht verwirklichen. „Bei Arbeiten von minderem Umfange und zeitgemäßem Inhalte würde mir, sobald sie nur irgend die Politik berührten, Zensur und Polizei immer hindernd in den Weg treten.“
An Ferdinand Freiligrath schreibt er am 29.11.1846 nach London: „Ich hatte Dir nach Brüssel geschrieben. Der Brief ist wohl nie in Deine Hände gekommen. Ich weiß nur noch, daß ich mich freute über ein Wort, daß Du nach Mainz geschrieben haben solltest: „Ich kann immer wieder Kaufmann werden, das habe ich gelernt.“

Ich kann leider weiter nichts mehr werden: Mein Leben war abgeschlossen, als ich den unglückseligen Gelehrten-Beruf wählte, einen Beruf, der auch ohne Mißliebigkeit und Verfolgung mich nicht einmal so weit brachte, daß ich mir einen eigenen Herd gründen und eine heitere Zukunft hoffen konnte. Das deutsche Gelehrtentum ist selbst unter günstigen Verhältnissen nur immer ein glänzendes Elend, reich an Hoffnungen, noch reicher an Entbehrungen und Bedürfnissen aller Art. Ich stieg zu der höchsten Höhe, die ein deutscher Gelehrter erreichen kann, ich war Professor Ordinarius und fiel wieder herab, nachdem ich Amt und Gehalt verloren hatte. Nun lebe ich freilich frei von amtlichen Beziehungen, von jedem Staatszwange, aber bin abhängig geworden von der Güte meiner Freunde, denn auf eigene Hand vermag ich nicht zu leben. …Mit Schriftstellerei bringe ich es nicht zu Wege. Ein Kapital von 10000 Tlr. wäre dazu nötig, das mir im besten Falle 500 Tlr abwürfe, und das läßt sich von unsern einem in Deutschland schwer erwerben.

Meine Bibliothek habe ich zu 2000 Tlr. Ausgeboten. Wenn mir aber auch diese Summe zukommt, so fehlt mir aber an den 10 000 Tlr, noch sehr viel. Da bin ich nun eben diesen Augenblick auf einen Gedanken gekommen, der mir ein unabhängiges Dasein gründen kann. Ich will nach New – York gehen und den dortigen Deutschen öffentliche Vorlesungen über deutsche Literatur bis auf die neueste Zeit halten. Ich brauche dazu nur meine alten Hefte fortzusetzen und zu ergänzen und werde dann Belege sammeln und die neuesten Hülfsmittel durchstudieren. Das kann in den nächsten drei Vierteljahren geschehen. Dann will ich den Winter 47 in Frankfurt meine Weisheit auskramen, daß ich meinen Plan weiter zu verfolgen im Stande bin. Ich lerne unterdessen Englisch, halte mich zwei Sommermonate 48 in London auf, um mich in der Sprache zu vervollkommnen, und gehe nach New – York. Wie gefällt Dir dieser Lebens- und Reiseplan ?“
Doch der Plan verläuft im Sande, wie so vieles in dieser Zeit. Den Jahreswechsel verlebt er in Geisenheim.