Bruder und Vater Bürgermeister unter Napoleon

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In dem achtjährigen Jungen, wie in der übrigen Bevölkerung, wächst langsam der Haß auf Frankreich und der sehnsuchtsvolle Wunsch, daß es mit “uns Deutschen” etwas werden würde. Aber was war denn Deutschland damals: …”wo unter den verschiedenen Ständen und Klassen der Einwohner keine Gemeinschaft sei; wo der hohe Adel nichts mit dem geringeren, der geringere nichts mit dem neueren, dieser nichts mit den Bürgern, die Bürger mit den Bauern nichts gemeinschaftliches haben, wo einer den andern ausschließt…”. So ein Zeitzeuge von des alten Reichs, und ein anderer: “…es hatte das Aussehen, als wohnten verschiedene Nationen gemischt untereinander.” Ein Leben lang gehörte man durch Geburt seinem Stand an.

So legt sich die Aufregung allmählich, Ende des Jahres 1807 führen von der Universität zurückgekehrte Studenten und gleichgesinnte junge Bewohner des Ortes, darunter Hoffmanns Bruder Daniel “Die Räuber” von Schiller auf, was den neunjährigen sehr beeindruckte. Man richtet sich ein, wieder kommen Franzosen. Als 1808 Soldaten im Ort stationiert werden, vermittelt Daniel, der einzige, der es Französischen mächtig ist, er freundet sich mit den jungen Offizieren an, Daniel führt so, laut Hoffmann die Bürgermeistergeschäfte mit seinem Vater, dem eigentlichen Bürgermeister. Über die Franzosen schreibt Hoffmann wieder nur freundliches, ihr Benehmen war gut, auch wenn sie betrunken waren.