Auferstanden aus Ruinen

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Auferstanden aus Ruinen
und der Zukunft zugewandt
Laß uns dir zum Guten dienen
Deutschland, einig Vaterland
Alte Not gilt es zu zwingen
und wir zwingen sie vereint
Denn es muß uns doch gelingen
daß die Sonne schön wie nie
über Deutschland scheint.

Glück und Friede sei beschieden
Deutschland, unserem Vaterland
Alle Welt sehnt sich nach Frieden
Reicht den Völkern eure Hand
Wenn wir brüderlich uns einen
schlagen wir des Volkes Feind
Laßt das Licht des Friedens scheinen
daß nie eine Mutter mehr
ihren Sohn beweint

Laßt uns pflügen, laßt uns bauen
lernt und schafft wie nie zuvor
und der eigenen Kraft vertrauend
steigt ein frei Geschlecht empor
Deutsche Jugend, bestes Streben
unseres Volks in dir vereint
Wirst du Deutschlands neues Leben
und die Sonne schön wie nie
über Deutschland scheint.

Text: Johannes R. Becher Musik: Hanns Eisler – erstmals gedruckt am 6. November 1949
Nationalhymne der DDR ( Deutsche Demokratische Republik)

Johannes Becher hat hier einen Text geschrieben, der die Sätze älterer Hymnen geschickt einbaut, ihnen aber das Bedrohliche dem Ausland gegenüber nimmt. Aus “Deutschlands Feind” (wie es in vielen kriegerischen Deutschlandliedern heißt)  wird der “Völker Feind”, und das sind nicht die kleinen Leute , aus welchem Land auch immer, die auch nur auf den Schlachtfelder ihr Leben lassen müssen, sondern die Ausbeuter aller Herren Länder.

Man mag zu Hymnen stehen wie man will, aber wenn man bei der Wiedervereinigung 1989 schon eine von den beiden existierenden Hynmen nehmen mußte, dann scheint mir die von Becher die Geeignetere gewesen zu sein. Zusammen mit der Hymne Bertolt Brechts “Anmut sparet nicht noch Mühe” wird dabei deutlich, daß der Einheitsgedanke durchaus auch Bestandteil der Auffassung der DDR war, dazu gab es den Vorschlag Stalins für ein einiges, neutrales Deutschland, aber da betrieb Adenauer schon die Wiederbewaffnung und die Einbindung in die NATO.

Auch in Bechers Lied wird die Tradition zitiert, man will aber deutlich einen Neubeginn . Die Variante im Westen beruft sich deutlich auf die Tradition Bürgerliche –nationalistische-Revolution – Kaiserreich – Langemarckschlacht – Weimarer Republik – Nationalsozialismus. Von einem Neubeginn ist keine Rede, lediglich zwei Strophen werden weggelassen. Das könnte man auch als einen “Mißbrauch” des Deutschlandliedes bezeichnen.
Von etwa 1972 bis 1990 wurde der Text offiziell nicht gesungen – das Stück nur instrumental aufgeführt.
(Wikipedia)