Persönliches

Sprecht mir nicht von Pyramiden

Sprecht mir nicht von Pyramiden, Mammuttierversteinerung ! Was dem Dichter ist beschieden, lebt und atmet ewig jung Nicht antikenvolle Räume, nicht Papyrus, nicht Mebran können ihn und seine Träume Freud- und lebensvoll umfahn Nicht der Moder in den Grüften, Klosterzell und Burgverlies taugen zu den reinen Lüften, drin erblüht sein Paradies >Weg mit allem Toten, […]

| | 1836


Schön wie´s Lied der Nachtigallen

Schön wie´s Lied der Nachtigallen, Schön wie eines Sternes Licht Ist des Kindes süßes Lallen, Ist sein lächelnd Angesicht. Aus den blauen Augen schauen Himmelsfried´ und sel´ge Ruh´. Heiter wie voll Gottvertrauen Lächelt es uns allen zu. So in Reden und Gebärden Sei auch du den Kindern gleich; Ihnen gab schon hier auf Erden Gott […]

| | 1836


Was eine Kindesseele (Dem Mutterherzen)

Was eine Kindesseele Aus jedem Blick verspricht! So reich ist doch an Hoffnung Ein ganzer Frühling nicht. Wie uns den Frühling kündet Ein Veilchen schon im März, So ward dein Kind ein Frühling Für dich, o Mutterherz. Es wird zur Rose werden In Zucht und Sittsamkeit Und dir erneu´n auf Erden Die eigne Frühlingszeit. -1836

| | 1836


Philistervolk auf allen Wegen (Philister)

Philistervolk auf allen Wegen, Philister vor und hinter mir, Im Sonnenschein, im Schnee und Regen, Philister dort, Philister hier ! Hast du noch Beine, so enteile ! Zwar ist gewiß, du stirbst einmal – Doch ist ein Tod vor Langeweile schon hier auf Erden Höllenqual. So dacht‘ ich und es klopft so eben, und ein […]

| | 1838


Zum Amboß hielt ich mich zu schlecht (Niemandes Herr Niemandes Knecht)

Zum Amboß hielt ich mich zu schlecht, zum Hammer war ich euch nicht recht. So bin ich Amboß nicht noch Hammer und rufe frei von Herzensjammer: So ist es gut, so ist es recht, Niemandes Herr, Niemandes Knecht ! Fliegt frei der Vogel durch das Feld, so ist noch sein die ganze Welt. Müßt er […]

| | 1838


Ja immer größer wird die Eile (Eile mit Weile)

Ja, immer größer wird die Eile: Man sucht Gewinn, man will Genuß, Doch bleibet uns an Langeweile noch immer großer Überfluß. Und fliegst du wie ein Vogel, fliege ! Die Langeweile läßt nicht ab; Sie lag mit Dir schon in der Wiege, Sie geht mit Dir auch in das Grab. 8. Januar 1840

| | 1840


Wenn es unsere Fürsten wüßten (Jacob Grimm)

Wenn es unsere Fürsten wüßten, was er tat für´ s Vaterland. Legionen Orden müßten längst schon schmücken sein Gewand. Und was war im Vaterlande ihm doch für ein Ehrenlohn ? Nur zu Deutschlands Spott und Schande Frankreichs Ehrenlegion. 29. Mai 1841 in: Unpolitische Lieder 2

| | 1841


Philister über dir, Simson

Die einst mich froh willkommen hießen, die sehn mich ernst und schweigend an: Was mag sie wohl an mir verdrießen ? Bin ich nicht mehr derselbe Mann ? Bin ich im Hassen und im Lieben, bin ich dem Vaterlande nicht, bin ich nicht allem treu geblieben, was nur für Recht und Wahrheit spricht ? Still, […]

| | 1841


Ich bin Professor gewesen (Trostlied eines abgesetzten Professors)

Ich bin Professor gewesen: nun bin ich abgesetzt. Einst konnt’ ich Collegia lesen, was aber kann ich jetzt? Jetzt kann ich dichten und denken bei voller Lehrfreiheit, und keiner soll mich beschränken von nun bis in Ewigkeit. Mich kümmert kein Staatsminister und keine Majestät, kein Bursch und kein Philister, noch Universität. Es ist noch nichts […]

| | 1842


Ihr wollt im Licht und in der Wahrheit leben (Die theologischen Daguerotype)

Die Herrschaft, oder besser, die Tyrannei des Verstandes, vielleicht die eisernste von allen, steht der Welt noch bevor. Ihr wollt im Licht und in der Wahrheit leben auf Licht und Klarheit geht nur euer Streben Licht soll das Wesen aller Dinge sein und alles andere ist euch Trug und Schein Ihr seid in eures Geistes […]

| | 1842


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