Politische Gedichte

Zum Amboß hielt ich mich zu schlecht (Niemandes Herr Niemandes Knecht)

Zum Amboß hielt ich mich zu schlecht, zum Hammer war ich euch nicht recht. So bin ich Amboß nicht noch Hammer und rufe frei von Herzensjammer: So ist es gut, so ist es recht, Niemandes Herr, Niemandes Knecht ! Fliegt frei der Vogel durch das Feld, so ist noch sein die ganze Welt. Müßt er […]

| | 1838


Lobrede auf Schiller

Ich habe einst die Philister leben lassen, aber ich müßte jetzt das Leben hassen und die Sonn´ und den Regen, die die Reben nähren und uns das Schön´re zum Leben gewähren – sollt´ ich mich zu solchen Dingen zwingen und ein Lob den Philisterlingen bringen. Ich will nicht beehren mit einem Tropfen die Tröpfe und […]

| | 1839


Wundertätig ward die Mütze (Mützen)

Wundertätig ward die Mütze, die dereinst Francesco trug – Das ist Wunder doch genug ! Die französische Freiheitsmütze ward zur Kaiserkrone gar – o wie groß, wie wunderbar ! Und des Preußen Landwehrmütze ward ein deutscher Siegeshut – und dies Wunder tat uns gut. Doch bei unsern heutigen Mützen ist von Wunder keine Spur, denn […]

| | 1839


Durch Papier bestehen wir

Durch Papier bestehen wir: Menschenherrschaft ist Papier. Ja, Papier sind alle Pakte, auch sogar die Bundesakte, alles, alles ist Papier Durch Papier bestehen wir laßt uns achten das Papier. Seine Ahnen auch, die Lumpen, mehr als Gold und Silberklumpen, denn ohn´ End´ ist das Papier Durch Papier bestehen wir: Gottes Wort ist auch Papier, denn […]

| | 1839


Wilder Geist wie Wetterwolke (Blitzableiter)

Wilder Geist wie Wetterwolke über uns zusammenzieht: Ach, wie hilft man unserm Volke, daß ihm nicht ein Leid geschieht ? Wetterschäden zu verhüten, gibt es ja ein Mittel jetzt: Für des wilden Geistes wüten gibt‘ s ein Mittel auch zuletzt. Hänget an die Blitzableiter Titel, Würden, Orden, Geld, Und das Wetter wird gleich heiter, und […]

| | 1839


Gott ist nur der Höchste auf Erden

Die allerhöchsten Herrschaften bestiegen den höchsten Gipfel des Berges, knieten nieder und flehten zum Höchsten. (Östl. Zeitungen) Gott ist nur der Höchste auf Erden, doch der Allerhöchste nicht. Willst du dessen inne werden, nun, so hast du hier Bericht: Alles allerhöchste auf Erden ist von Königesgeschlecht, und das kann doch Gott nicht werden, denn das […]

| | 1839


Unseres ganzen Wohlstands Quellen

Unseres ganzen Wohlstands Quellen siehst du alle hell und klar Übersichtlich in Tabellen Jahr für Jahr und bis aufs Haar Hier zehn Schafe mehr geschoren dort ein neues Lagerbier dort drei Ochsen mehr geboren und ein Drittel Seele hier Welch ein Wachstum zum Entzücken ! Lauter höhere Kultur ! Lauter Streben zum Beglücken ! Und […]

| | 1840


An meine Heimat dacht‘ ich eben (Von Fallersleben)

An meine Heimat dacht‘ ich eben, da schrieb ich mich von Fallersleben. Ich schrieb‘ s und dachte nie dabei an Staatscensur und Polizei. So schrieben sich viel Biederleute nach ihrem Ort und tun‘ s noch heute, und keiner dachte je daran, durch von würd  er ein Edelmann 19. Januar 1840

| | 1840


Nach Seelen wird die Zählung nur gemacht (Des Leibes und der Seele Krieg)

Dass die Albernen gelüstet, tötet sie Sprüche Salomonis, I,32 Nach Seelen wird die Zählung nur gemacht nach Köpfen wird die Steuer aufgebracht da dachtet ihr, der Leib hat keine Rechte und wie man ihn in Reih und Glied wohl brächte Da fing mit einem Mal das Turnen an und wer nicht turnte war kein biderb […]

| | 1840


Wir waren es (Zarte Rücksichten)

Wir waren es ! o Heil, daß wir es waren, die einst erfanden vor vierhundert Jahren dich Pflegetochter hoher Gnad und Gunst, dich, weitberühmte edle Druckerkunst ! Herbei aus allen deutschen Gaun in Scharen ! Kommt, laßt uns unsern Dank ihm offenbaren, Ihm, der das Wort gefreit aus seinem Bann, daß es die ganze Welt […]

| | 1840


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Politische Gedichte von Hoffmann von Fallersleben. Besonders in den Jahren vor der deutschen Revolution 1848/49 schrieb er politische Gedichte, die große Wirkung erzielten.