Politische Gedichte

Besteuert ist die ganze Welt

Besteuert ist die ganze Welt und alles drum und dran: Gewerbe, Handel, Gut und Geld, Weg, Wasser, Weib und Mann. Wem wäre nicht das Leben teuer, wofür man zahlt so mache Steuer. Besteuert ist der Bissen Brot, den man im Schweiß gewinnt; beteuert ist sogar der Tod, weil wir am Ziele sind. Nur zu erzeugen […]

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Die Weltgeschichte ist das Weltgericht

Die Weltgeschichte ist das Weltgericht, doch kein Gericht für jeden Magen, Denn solche herbe Speise würde nicht ein jeder Herr und Knecht vertragen Drum hat man viele Männer angestellt, Die müssen´s klopfen, kochen, braten, Daß dies Gericht der ganzen Welt gefällt, zumal den hohen Potentaten Zu haben ist es dann an jedem Ort, für Geld […]

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In des Maies schönen Tagen (Mailied)

In des Maies schönen Tagen, Auf, frisch auf ! und laßt uns jagen durch den Wald und durch´ s Gefild. Unsere Jagd gilt nicht den Füchsen, nicht den Hasen, Rehen und Lüchsen, frei sei heute jedes Wild! Auf, frisch auf ! und laßt uns jagen, alles Jammern, alles Klagen, alle Not und Qual und Last; […]

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Wann einst die Flaschen größer werden

Wann einst die Flaschen größer werden wann einst wohlfeiler wird der Wein, dann findet sich vielleicht auf Erden die goldene Zeit noch einmal ein Doch nicht für uns! uns ist geboten in allen Dingen Nüchternheit – die goldne Zeit gehört den Toten uns uns nur die papierne Zeit Ach! kleiner werden unsere Flaschen und täglich […]

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Ha Eure Mauern eure Wände

Ha! Eure Mauern, eure Wände, hat sie nicht längst die Zeit zerstört? Wo blieb der Unterschied der Stände? hat jeder Stand nicht aufgehört? Wir haben keine Zeit zum Stehen, nichts hat noch seinen alten Stand; jetzt will die ganze Welt nur gehen, wie kann da stehen noch ein Land? Was soll der Stand? Was sollen […]

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O glücklich wer noch Vettern hat

O glücklich, wer noch Vettern hat, dem glänzet noch ein Morgenrot: Er wird, wenn nicht Geheimerath, doch etwas noch vor seinem Tod Wohl tat´s dem armen Adam weh; daß Gott ihm nicht sein Eden ließ; er hatte keine Vettern je, sonst säß´ er noch im Paradies

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O des Maies schöne Tage (Frühlingslied 1840)

O des Maies schöne Tage! Wann die Erd´ ist wieder grün, wann im Felde, Wald und Hage alle Bäum´ und Blumen blühn – O des maies schöne Tage! Wann der Hoffnung volle Blüte dann aus jeder Knospe bricht – Deutschland, daß dich Gott behüte! deine Hoffnung blüht noch nicht. Steht die Welt im Hoffnungskleide doch […]

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Das alte Lied das alte Lied

Die Verschiedenheit der christlichen Religionsparteien kann in den Ländern und Gebieten des deutschen Bundes keinen Unterschied in dem Genuße der bürgerlichen und politischen Rechte begründen. (Bundesakte vom 8.Juni 1815, Artikel 16) Das alte Lied, das alte Lied, das ewige Lied vom Unterschied: Wer nicht des Staates Glauben hat, an den auch glaubet nicht der Staat. […]

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Ha was eilt die Straß entlang (Militärisch)

„Ha ! was eilt die Straß entlang ? Wie´ s da blitzt im Sonnenglanz ! Trommelwirbel, Pfeifenklang ! Lustig, heißa ! wie im Tanz.“ Sind Soldaten, ziehen herein, kommen vom Begräbnis her, müssen jetzo lustig sein, als wenn nichts passieret wär´. Sind Soldaten, liebes Kind, die nicht Tod und Teufel scheuen, auf Kommando traurig sind […]

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Wohl mir daß ich dafür nicht stritt (Aria eines…)

Aria eines deutschen aus Frankreich heimkehrenden Aristokraten Aber was hilft mir alle Freiheit, wenn ich keinen Tabak habe ? Ich bin überzeugt, daß wenn mir noch sechs Monate der Tabak fehlte, ich ein vollkommener Aristokrat würde. (Börne, Schriften, 9, 162.) Wohl mir, daß ich dafür nicht stritt ! Freiheit und Gleichheit – weg damit! Ich […]

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Politische Gedichte von Hoffmann von Fallersleben. Besonders in den Jahren vor der deutschen Revolution 1848/49 schrieb er politische Gedichte, die große Wirkung erzielten.