Politische Gedichte

O lernet doch ihr armen Knecht

O lernet doch ihr armen Knecht´ und Wichte, o lernt doch unseres deutschen Volks Geschichte, und preist nicht groß und herrlich jene Zeit, die Zeit der niedrigsten Erbärmlichkeit Doch nein, ihr bleibt bei eurem dummen Schwätzen, ihr wollt der guten Zeit ein Denkmal setzten – Wohlan, so gießt die Zopfzeit dann in Erz, und gießt […]

| | 1840


Des deutschen Kaisers Kammerknechte

Des deutschen Kaisers Kammerknechte sind jetzt Europas Kammerherrn Am Himmel aller Erdenmächte O Israel, wie glänzt dein Stern Es ward die Zeit wohl immer böser und immer höher stieg die Schuld Da sproß aus dir uns der Erlöser und Rothschild kam in Gnad und Huld Ja, er ist der Erlöser worden für diese schuldenvolle Welt […]

| | 1840


Den Stöpsel weg und schenket ein (Trinklied)

Den Stöpsel weg ! und schenket ein ! Schenkt ein, daß unser Herz erglühe, und wie die Blum‘ am Sonnenschein, so an der Glut des Weins erblühe ! Den Stöpsel weg ! Dann wird es klar: Was sich in einem Nu gefunden, das ist sogleich für jedes Jahr, ja für die Ewigkeit verbunden. So recht […]

| | 1840


Freiheit ward uns in Gewerben

Wozu sollen die Beschwerden ? Freiheit ist genug auf Erden, wenig, viel und nichts zu werden Freiheit ward uns in Gewerben, im Vertun und im Verderben, beim Verhungern und im Sterben Weiter kannst du‘s hier nicht bringen; Andere Freiheit zu erringen, wird dir dort nur erst gelingen. 3. Januar 1841

| | 1841


Ei was soll noch Kunst und Witz

Ei, was soll noch Kunst und Witz? Hier gilt nur der Grundbesitz. Für den Landbau, fürs Gewerbe schweigt kein Volksrepräsentant; doch des Geistes Gut und Erbe legen sie in Gottes Hand. Wie verlassen und verwaist, armer, armer Menschengeist! Wie der Vogel auf dem Dache hast auch du kein Vaterland, und der Menschheit heilige Sache gab […]

| | 1841


Auf Europa schien voll Wonne

Auf Europa schien voll Wonne einst der Freiheit lichte Sonne. Ein Planet ward maches Land, aber, ach, die Sonne schwand. Als sie schwand, da schwand für immer der Planeten lichter Schimmer. Großbritannien  allein blieb der Freiheit Widerschein. Denn an ihren sprühenden Funken hatt´ es sich so satt getrunken, daß es jetzt noch hell und hehr […]

| | 1841


Lieber tot als ein Verräter

Lieber tot als ein Verräter ! Lieber tot als schlechtgesinnt ! Stehet fest, ihr Volksvertreter, weil der Tag des Kampfs beginnt ! Schar der Guten, auf ! Erwache ! Stelle dich in unsere Reihn ! Denn des Volkes gute Sache muß der guten Sache sein. Stehet fest, ihr Volksvertreter, daß der Tag des Lohns beginnt […]

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Ihr stützt euch auf Geschichte (Die historische Schule)

Ihr stützt euch auf Geschichte und sucht nicht, was ihr suchen sollt, und findet, was ihr finden wollt – Das nennet ihr Geschichte ! Und das Alte gehet doch zunichte. O leset die Geschichte ! Und sehet, wie der ew´ ge Geist zum Neubau Altes niederreißt – O lest – nie die Geschichte ! Und […]

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Die sieben Sachen

Wie heißen doch die sieben Sachen, die einen Mann vom Stande machen ? Nichts lernen früh von Kindesbeinen und alles doch zu wissen meinen, die ganze Nacht beim Spiel durchwachen, den ganzen Tag brav Schulden machen, das Deutsch so schlecht als möglich sprechen, Französisch trefflich radebrechen, Champagner trinken obendrein und überall hoffähig sein. Das sind […]

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Die Fürsten voller Güte (Heraldisches)

Die Fürsten voller Güt´ und Milde, was führen sie in ihrem Schilde? Gemeiniglich ein wildes Tier, ein Tier voll Raub und Mordbegier, wovon gottlob! Nichts weiß die Welt, als daß man es im Käfig hält. Doch diese Tiere könnten leben, lebendig jeden Thron umgeben – uns brächte weniger Gefahr Bär, Geier, Löwe, Greif und Aar, […]

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Politische Gedichte von Hoffmann von Fallersleben. Besonders in den Jahren vor der deutschen Revolution 1848/49 schrieb er politische Gedichte, die große Wirkung erzielten.