Schmach des Vaterlands

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“Jede literarische Tätigkeit, die ins politische Gebiet hinüber streifte und nicht mit der reaktionären Richtung übereinstimmte, galt damals für regierungsfeindlich und konnte für ihren Verfasser von den schlimmsten Folgen sein. In Bingen wollte ich am 4. Juli mein fertiges Manuskript der zweiten Auflage der Spitzkugeln dem Buchdrucker übergeben. Er kam von Rüdesheim herüber, mußte aber unverrichteter Sache heimkehren, denn kurz vor seiner Ankunft hatte ich das neue preußische Preßgesetz vom 20. Juni gelesen. Am 16. Juli reist Hoffmann nach Hallgarten, um Itzstein zu treffen: “”Ich hegte noch immer die Hoffnung, daß dieser Tage Itzstein heimkehren würde, und seine Leute konnten es sich auch nicht anders denken, als daß ihr Herr täglich zu erwarten sei. Leider aber war Itzstein nach Auflösung der Nationalversammlung geflohen, ganz ohne Not. Da las ich denn in der “Freien Zeitung”: Itzstein, dessen Geist gebeugt ist unter der Schmach des Vaterlands, weilt am Genfer See – das alte weiße Haupt in der Fremde, von Deutschen vertrieben !”

(ganz ohne Not ?, ML, Band 4, S. 77)