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In diesem Jahr schreibt Hoffmann viele seiner bekanntesten Kinderlieder "Alle Vögel sind schon da, alle Vögel, alle !", "Kuckuck, Kuckuck, ruft' s aus dem Wald", "Der Kuckuck und der Esel", "Morgen kommt der Weihnachtsmann" und "Winter ade, scheiden tut weh".
29.8.1835, Breslau, an Jacob Grimm in Göttingen
Die nahe bevorstehende Ankunft der allerhöchsten Herrschaften macht hier, wie Sie leicht denken können, großen Wirrwarr, und ich wollte, es wäre alles schon ruhig vorüber gegangen. Der Haß gegen die Russen zeigt sich überall, und die Polizei kann doch nicht verhindern, daß öffentlich mancher seinem deutschen Herzen Luft macht(...)
Ich würde alles, alles hier aufgeben, wenn ich nur so viel eigenes Vermögen hätte, daß ich einige Jahre mich fristen könnte. Unsere Universität macht nächstens Bankerott...Wir haben jetzt mehrere Professoren ohne Gehalt und mehrere wieder mit 2300 Tlr. Es täte Not, daß man abends noch mit der Drehorgel umherginge. Ja, wir tun viel für die Wissenschaft und freien Künste, und unsere stehenden Heere und unsere Schulen haben uns schon längst zum Liegen und zur Einsicht gebracht.
Jetzt endlich wird Hoffmann zum Professor Ordinarius ernannt. Der deutsche Bundestag in Frankfurt verbietet in diesem Jahr die Schriften des jungen Deutschland. Viele gingen ins Exil. Fritz Reuter, Mecklenburger Dichter wird wegen burschenschaftlicher Aktivitäten nachtäglich zum Tode verurteilt und dann zu Festungshaft begnadigt. Allmählich wird Hoffmann mutiger und sein Spott beißender.
Am 9. Januar 1836 wird Hoffmann in den akademischen Senat eingeführt. Dennoch legte man ihm auch hier so viel Steine wie nur möglich in den Weg. Sein Leidener Doktortitel sei nur ein Doktor der freien Künste, er brauche aber einen Doktor der Philosophie. Hoffmann weigerte sich , und die Universität gab ihm schließlich recht. Bis er dann wirklich ein Mitglied der Fakultät war mit Sitz und Stimme (allerdings nur für ein Jahr) war es Dezember geworden. Im November wurde er in der Bibliothek zum Oberkustos ernannt. Er bekam mehr Geld als zuvor, aber weniger als sein Vorgänger. Nun sollte er aber immer noch – nach nunmehr zwölf Jahren – das Ausleihjournal führen. Er weigerte sich, der Regierungsbevollmächtigte entzog ihm das Gehalt. Hoffmann hatte die Nase voll, er bat um Entlassung. Der Minister schlug vor, daß Hoffmann die vorgeschriebenen Stunden in der Bibliothek arbeiten müsse. Er könne dann im Sommer 1838 (37) ausscheiden, bekäme allerdings nur halbes Gehalt, dafür werde aber von einer Untersuchung gegen ihn abgesehen.
In diesem Jahr 1836 besucht Hoffmann binnen dreier Monate Bremen, Kopenhagen, Amsterdam, Den Haag, Leiden, Antwerpen, Brüssel, Paris, auf der Suche nach Handschriften oder Freunde besuchend. Der König von Holland verlieh ihm eine goldenen Medaille für seine Verdienste um die niederländische Sprache. Nächste Seite (2/3)  |