Der Verfasser von Deutschland Deutschland über alles Hoffmann von Fallersleben

www.hamborn.net


Kontakte in Wiesbaden und Mainz (Dezember 1850)

1850-12-015

Biographie 1850 bis 1860 - Neuanfang 1850: Bingerbrück

... Mitte Decembers war ich mehrere Tage in Wiesbaden. Ich wohnte bei Dr. J. Schenckel. Wir und unsere Familien hatten sich schon im Sommer kennen gelernt und wechselseitig besucht. Schenckel war sehr wissenschaftlich strebsam und in mehreren Gebieten des Wissens gut bewandert und schriftstellerisch thätig. Er hatte seit Jahren an einer Blumenlese aus deutschen Dichtern des 19. Jahrhunderts gearbeitet, und biographische Nachrichten hinzugefügt, die ihm auf sein Ersuchen von mehreren Dichtern mitgetheilt waren.

Sein Werk erhielt dadurch vor vielen anderen einen besonderen Werth, leidet aber wie alle übrigen in Betreff der Auswahl an großer Einseitigkeit. Schenckel war zum Ernsten und Elegischen sehr geneigt und in dieser Gefühlsrichtung pflegte er auszuwählen. An Geschick und besonders an Fleiß fehlte es ihm nicht, wol aber muß ich bezweifeln, daß er im Besitze der nothwendigsten Hülfsmittel war: ich, der ich doch gar nicht im Besitze einer derartigen Bibliothek war, konnte ihm Manches mittheilen was ihm noch nie zu Gesichte gekommen war. Die meisten Blumenleser haben oft gar keine Sammlung der Gedichte eines einzelnen Dichters gesehen, schaffen sich auch keine an und begnügen sich mit dem was ihre Vorgänger aus Musenalmanachen und Zeitschriften geschöpft haben. Wollten die Blumensammler kaufen, so würden sie den Schaden, den sie den Verlegern der Originalausgaben der Dichter anrichten, reichlich wieder gut machen.

Schenckel war sehr gefällig und nahm innigen Antheil an mir und meiner geistigen Thätigkeit. Er wünschte sehr, daß das was ich eben schrieb, nicht allein erschiene und auch Anderen Freude machte, sondern auch etwas Geld einbrächte. Er führte mich nach Mainz zu Johann Baptist Wirth (Firma: J.G. Wirth Sohn), dem ich meine " Liebeslieder " antrug. Er machte eine Berechnung und wir einigten uns: 1000 Exemplare und für jede Auflage 100 fl. Der Vertrag wurde doppelt ausgefertigt und unterzeichnet. Am Nachmittag waren wir wieder in Wiesbaden. Später verhandelte ich an Wirth mein Rheinleben , jedes Lied mit der Melodie für 1 fl.

in Mein Leben : Schenckels Werk erschien unter dem Titel:  " Deutsche Dichterhalle des neunzehnten Jahrhunderts ". 1–3. Bd. Mainz. Kunze. 1850. 1851. ›Zweite umgearbeitete und vermehrte Auflage, herausgegeben von Dr. F.C. Paldamus‹ erschien 1855. 56.



Mehr in 1850: Bingerbrück:

Arbeit schändet nicht (Januar 1850) | Selbstverlag mit Vertrieb (Januar 1850) | Ausflüge am Rhein (Frühling 1850) | Verkauf der Bibliothek (März 1850) | Brief an Rudolf Müller in Holdorf (April 1850) | Brief an Ludwig Erk in Berlin (Juni 1850) | Verwandtschaftsbesuch (Juni 1850) | Bücher packen in Mecklenburg (Juli 1850) | Cholera und neue Gedichte (August 1850) | Reife Trauben (Herbst 1850) | Vogelfreie Sündeböcke (November 1850) | Soldaten und Soldatenlieder (Winter 1850) | Brief an Ludwig Erk in Berlin (November 1850) | Kontakte in Wiesbaden und Mainz (Dezember 1850) | Besuch bei Itzstein (Dezember 1850) | mehr...


Buch- und CD-Empfehlungen:


Mehr zu Fallersleben in Antiquariaten?
Mehr zu Fallersleben im Musik- und Buchhandel?
Mehr zu Fallersleben bei ebay?


1850-12-015

Inhalte urheberrechtlich geschützt
Alle Rechte vorbehalten.

Fallersleben ©

Reiseportal
Geldtipps

Hoffmann von Fallersleben

Hoffmann von Fallersleben - Verfasser des Deutschlandliedes, seit 1922 die deutschen Nationalhymne. Autor von Kinderliedern, revolutionären Gedichten im Vormärz, Sprachforscher und Bibliothekar.

Informationen: - Kontakt - Impressum - Partnerseiten


Nichts gefunden? Versuchen Sie es doch auch einmal hier:

Alle Texte - so nicht anders vermerkt - Hoffmann von Fallersleben .
Bitte geben Sie, wenn Sie Texte verwenden, als Quelle an:
(Fallersleben-Archiv : http://www.von-fallersleben.de ).

Webtipp: mehr als 5000 Volkslieder