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Unpolitische Lieder

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Unpolitische LiederIn den Jahren ab 1840 wird Hoffmann von Fallersleben neben Georg Herwegh zur meistgehörten Dichterstimme im Land, Seine "Unpolischen Lieder" und Herweghs "Gedichte eines Lebendigen", die beide 1840 erscheinen, erreichen jeweils eine für die damalige Zeit sehr hohe Auflage von jeweils etwa 15.000 - 20.000 Exemplaren, und darüber hinaus. (Normalerweise lag die damalige Auflage von Lyrikbänden, genauso wie heute, bei etwa 1000 Exemplaren) Die einfache Form der Gedichte, denen Hoffmann von Fallersleben meist eine bekannte Melodie hinzufügt, sorgen für eine rasche Verbreitung von Mund zu Mund, so daß sich über die tatsächliche Verbreitung nur spekulieren läßt. Die Reaktion der Staatsorgane zeigt aber, daß man dort die Gefahr als nicht gering einschätzte.

Die "Unpolitischen Lieder" erscheinen in zwei Bänden 1840/41, in der Zeit also, in der Hoffmann den Text der heutigen Nationalhymne dichtet.

Die "Unpolitischen Lieder" sind der Grund, warum 1842 Berufsverbot erhält und aus Preußen ausgewiesen wird.

Die Hoffmann-von-Fallersleben - Gesellschaft veröffentlichte 1987 die "Unpolitischen Lieder" als Faksimile - Nachdruck. im Vorwort heisst es:

Hoffmann von Fallersleben ist als Dichter des Deutschlandliedes - unserer Nationalhymne - wie auch seiner immer noch viel gesungenen Volks- und Kinderlieder weithin bekannt. Wenige aber wissen etwas über sein zeitpolitisches Wirken.
1840 gab er die Gedichtsammfung «Unpolitische Lieder" heraus, die trotz des unauffälligen Titels viel brisanten politischen Zündstoff enthielt. Frei und mutig, sich nur seinem Vaterlande verantwortlich fühlend, richteten diese Verse ihre Pfeile gegen deutsche Kleinstaaterei, Fürstenwillkür und Adelsherrschaft, gegen Zensur und Polizeibespitzelung. Er sprach sich für eine allgemeine demokratische Freiheit des Bürgertums aus.
Die Lieder wurden von der Bevölkerung mit Begeisterung aufgenommen und schnell weit verbreitet. Bis zum Jahre 1843 hatten sie im Hoffmann & Campe Verlag in Hamburg in mehreren Auflagen eine Höhe 90.000 Exemplaren erreicht. Viele davon wurden durch die Regierungen konfisziert und z. T. auch verbrannt. In Preußen wurde der Verkauf verboten. Der Verlag erhielt kurzfristig Arbeitsverbot.

Und Hoffmann kommentierte:
Die "Unpolitischen Lieder" mehr zu verbreiten
Hat man sie verboten zu rechten Zeiten.
Und Jeden, der nie an Lieder gedacht,
Nach diesen Liedern recht lüstern gemacht!

So wurde die Herausgabe des Buches zu einem Wendepunkt in Hoffmanns Leben. Schon im Dezember 1842 entließ ihn die preußische Regierung pensionslos. Man enthob ihn seines Amtes als Professor der Germanistik an der Universität Breslau und verwies ihn des Landes. Ein ruheloses Wanderleben begann. Jahrzehntelang hatte er unter mannigfachen Ausweisungen und politischen Verfolgungen zu leiden.
Wir halten es für notwendig, daß diese "Unpolitischen Lieder", die in Liebe und Treue zum deutschen Vaterland in patriotischer und demokratischer Gesinnung geschrieben wurden, nunmehr nach langer Zeit wieder einmal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, zumal sie auch in unserer Zeit noch aktuell sind und manche interessanten Vergleiche zulassen.
Zudem geben sie einen weiteren Einblick in einen bedeutsamen Lebensabschnitt unseres "Hoffmann von Fallersleben", dem man bisher wenig Beachtung geschenkt hat. Möge daher diese Wiederveröffentlichung die Lücke füllen, denn das Wesen und vielschichtige Wirken des Dichters ist längst nicht voll ausgelotet und stellt die Hofrmann-von-Fallersleben-Gesellschaft noch vor manche Aufgabe.

Fallersleben, im September 1987

Im Fallersleben-Archiv finden Sie:

Unpolitische Lieder I
1840 Hamburg, Hoffmann und Campe, 1840 f., VIII; 204 S eine der wichtigsten Gedichtveröffentlichungen des Vormärz, die - nach Veröffentlichung des zweiten Teiles - zur Entlassung des Autors aus seiner Breslauer Professur führte.

Unpolitische Lieder II
Hamburg, Hoffmann u. Campe, 1842 Sammlung hoffmannscher Gedichte, die trotz ihres harmlosen Titels recht politisch sind.- Der 2. Teil der Unpolitischen Lieder erschien 1842 und führte zum Berufsverbot für Hoffmann von Fallersleben. 
      

    


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Hoffmann von Fallersleben

Hoffmann von Fallersleben - Verfasser des Deutschlandliedes, seit 1922 die deutschen Nationalhymne. Autor von Kinderliedern, revolutionären Gedichten im Vormärz, Sprachforscher und Bibliothekar.

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