Siehe, der Frühling währet nicht lang: Bald ist verhallt der Nachtigall Sang. Blühen noch heute Blumen im Feld, Morgen ist öd´ und traurig die Welt. Aber der Liebe selige Lust Ist dich des Wandels nimmer bewußt.
Alles auf Erden hat seine Zeit; Frühling und Winter, Freuden und Leid, Hoffen und Fürchten, Ruh´n und sich Müh´n, Kommen und Scheiden, Welken und Blüh´n. Aber der Liebe selige Lust Ist sich des Wandels nimmer bewußt.
Weil uns des Lebens Sonne noch scheint, Wollen wir leben liebend vereint, Wollen der Zukunft Wetter nicht scheu´n, Wollen des Augenblicks uns erfreu´n! Was auch des Himmels Fügung uns gibt, Glücklich ist nur das Herz das da liebt!
Melodie von Alexander Fesca: Weit in der Ferne wandr´ ich allein. geschrieben während der Krankheit seiner Frau Ida, Neuwied seit 20. Juni 1852.
Hoffmann von Fallersleben - Verfasser des Deutschlandliedes, seit 1922 die deutschen Nationalhymne. Autor von Kinderliedern, revolutionären Gedichten im Vormärz, Sprachforscher und Bibliothekar.
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