Bald fällt von diesen Zweigen Das letzte Laub herab. Die Busch´ und Wälder schweigen, Die Welt ist wie ein Grab. Wo sind sie denn geblieben? Ach, sie sangen einst so schön — Der Reif hat sie vertrieben Weg über Tal und Höh´n.
Und bange wird´s und bänger Und öd´ in Feld und Hag; Die Nächte werden länger Und kürzer wird der Tag. Die Vögel sind verschwunden, Suchen Frühling anderswo; Nur wo sie den gefunden, Da sind sie wieder froh.
Und wenn von diesen Zweigen Das letzte Laub nun fällt, Wenn Busch´ und Wälder schweigen, Als trauerte die Welt — Dein Frühling kann nicht schwinden, Immer gleich bleibt dein Geschick, Du kannst den Frühling finden Noch jeden Augenblick.
Text: Hoffmann von Fallersleben - 1836 Musik: Französische Volksweise unter anderem in " Schulgesangbuch für höhere Lehranstalten " - 1920
Hoffmann von Fallersleben - Verfasser des Deutschlandliedes, seit 1922 die deutschen Nationalhymne. Autor von Kinderliedern, revolutionären Gedichten im Vormärz, Sprachforscher und Bibliothekar.
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