Gedichte mit Tieren

Der Muck und die Fliege verheiraten sich

Der Muck und die Fliege verheiraten sich Auf einer Trauerweide Im Sonnenschein ganz öffentlich Und tanzen alle beide. Und was soll sein dein Heiratsgut Und deine Morgengabe? „Ein warmes Tröpflein Menschenblut Ist meine ganze Habe.“ Und was soll sein dein Sommergemach, Wo wir uns traulich finden? „Ein frischer, blumiger, heller Bach Im Schatten breiter Linden.“ […]

| | 1826


Alle Vögel sind schon da

Alle Vögel sind schon da Alle Vögel, alle! Welch ein Singen, Musiziern Pfeifen, Zwitschern, Tierelier´n Frühling will nun einmarschier´n Kommt mit Sang und Schalle Wie sie alle lustig sind, Flink und froh sich regen! Amsel, Drossel, Fink und Star Und die ganze Vogelschar Wünschet dir ein frohes Jahr, Lauter Heil und Segen! Was sie uns […]

| | 1835


Summ, summ, summ – Bienchen summ herum!

Summ, summ, summ! Bienchen summ herum! Ei, wir tun dir nichts zu leide, Flieg nur aus in Wald und Heide! Summ, summ, summ! Bienchen summ herum! Summ, summ, summ! Bienchen summ herum! Such in Blüten, such in Blümchen Dir ein Tröpfchen, dir ein Krümchen Summ, summ, summ! Bienchen summ herum! Summ, summ, summ! Bienchen summ […]

| | 1835


Der Kuckuck und der Esel

Der Kuckuck und der Esel, Die hatten großen Streit, Wer wohl am besten sänge Zur schönen Maienzeit Der Kuckuck sprach: „Das kann ich!“ Und hub gleich an zu schrei´n. Ich aber kann es besser! Fiel gleich der Esel ein Das klang so schön und lieblich, So schön von fern und nah; Sie sangen alle beide […]

| | 1835


Wir geben und der König nimmt (Bienenlos)

Wir geben und der König nimmt, wir sind zum Geben nur bestimmt, Wir sind nichts weiter als die Bienen, arbeiten müssen wir und dienen. Und statt des Stachels gab Natur uns eine stumpfe Zunge nur, die dürfen wir nie unseretwegen und nur im Dienst des Königs regen. Text: Hoffmann von Fallersleben – 18. April 1840

| | 1840


Die Hunde und Katzen

Die Hunde und Katzen, die stritten sich und zankten sich um die Wette, wer unter ihnen urkundlich den ältesten Adel hätte. „Wir haben ein ururaltes Diplom, lang her von undenklichen Tagen was Remus mit Romulus einst zu Rom gab allen Isegrimms Magen.“ „Zeigt uns, erwidern die Katzen, wohlan ! Zeigt her die alten Briefe ! […]

| | 1840


Die Hähne krähten durch das Land

Die Hähne krähten durch das Land, und wer in Schlafes Banden ruht sei munter jetzt und wohlgemut! Der Tag beginnt, die Nacht verschwand Der Wächter auf der Zinne stand und rief: Ihr solltet munter sein Ich sehe schon des Tages Schein wacht auf! Wacht auf ! Die Nacht verschwand. Da stand man auf wohl hie […]

| | 1840


Die Esel gingen im Leide

Die Esel gingen im Leide, drob staunte die ganze Welt, weil grün noch war die Heide, und Disteln noch trug das Feld. Sie gingen tief gebücket und ließen hangen das Ohr, und hatten den Schwanz geschmücket mit einem langen Flor. Was hat sich denn zugetragen ? Wir staunen und schweigen still, und niemand weiß zu […]

| | 1841


Der Löwe lag in letzten Zügen

Es wird allenthalben tyrannisch und übel regiert. Gott schick´ s zu Besten. (Schärtlins Leben, S.173) Der Löwe lag in letzten Zügen, halb starr und ganz erblaßt, da war ihm jedes Volksvergnügen bis in den Tod verhaßt. „Still soll es sein in meinem Reiche, kein Sang und kein Geschrei! Du, Storch, du üb an jedem Teiche […]

| | 1842


Wo wirst du denn den Winter bleiben

Wo wirst du denn den Winter bleiben? sprach zum Spätzchen das Kätzchen. „Hier und dorten, aller Orten“, sprach gleich wieder das Spätzchen. Wo wirst du denn zu Mittag essen? Sprach zum Spätzchen das Kätzchen. „Auf den Tennen mit den Hennen“, Sprach gleich wieder das Spätzchen. Wo wirst du denn die Nachtruh halten? Sprach zum Spätzchen […]

| | 1842


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