Deutsche Nationalhymne

Die Geschichte der Deutschen Nationalhymne: Von Hoffmann von Fallersleben am 26. August 1841 auf Helgoland geschrieben, erst 1922 von Friedrich Ebert zur Nationalhymne erklärt, nachdem insbesondere die erste Strophe mit ihrem “Deutschland über Alles” im ersten Weltkrieg zur Helden-, Opfer- und Kriegsmusik wurde. Die Nationalsozialisten sangen die erste Strophe der Nationalhymne gemeinsam mit dem Horst-Wessel-Lied  in der Bundesrepublik sang man nur die dritte Strophe von Deutschland Deutschland über alles.

Wurzeln bis ins Mittelalter

Hoffmann, der Germanist und ausgezeichnete Kenner der deutschen Literatur konnte bei der Verfassung seiner Nationalhymne weit zurückgehen in der Geschichte. Die Formel "Deutschland über alles" hat Wurzeln, die bis zu Walter von der Vogelweide, dem Minnesänger des 11. Jahrhunderts, zurück reichen. "Österreich über alles, wenn es nur will" betitelt Philipp Wilhelm von Hörningk 1684 sein Hauptwerk, in dem es um die Entfaltung der Wirtschaftskraft Österreichs geht, und 1809 wurde im Wiener Hofburgtheater in Gegenwart des österreichischen Kaiserpaares das Lied "Österreich über alles" des patriotischen Dichters Heinrich Joseph Collin (1771 – 1811) aufgeführt. Selbst Beethoven hat in der Begeisterung des Krieges gegen Napoleon eine Melodie für dieses Lied skizziert. Durch die österreichische Niederlage im gleichen Jahr (Friede von Wien) geriet das Lied aber zunächst wieder in Vergessenheit. Nach dem Sieg über Napoleon 1813 lösten die Fürsten ihre Versprechungen vom Wiener Kongreß…

Auf ihr Brüder laßt uns wallen

Auf, ihr Brüder, laßt uns wallen In den großen heil'gen Dom, Laßt aus tausend Kehlen schallen Des Gesangs lebendgen Strom! Wenn die Töne sich verschlingen, Knüpfen wir das Bruderband, Auf zum Himmel Wünsche dringen Für das deutsche Vaterland, Auf zum Himmel Wünsche dringen, für das deutsche Vaterland. In der mächt'gen Eichen Rauschen Mische sich der deutsche Sang. Daß der alten Geister Lauschen Sich erfreuh am alten Klang. Deutsches Lied, tön ihnen Kunde Fort und fort vom deutschen Geist, Der in tausenstimmigem Bunde Seine alten Helden preist. Überall in deutschen Landen Blühet kräftig der Gesang, Der, aus tiefster Brust entstanden, Kündet laut des Herzens Drang Deutsches Lied, aus deutsche Herzen, Tönet fort von Mund zu Mund, Hemm die Klagen, heil die Schmerzen, Knüpfet freier Männer Bund. Sei gegrüßt, du Fest der Lieder, Ströme Freud und Segen aus, Daß die Scharen treuer…

Rheinlieder

Ende Juli veröffentlichte Niklas Becker sein anti-französisches Gedicht "Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein". Dieses Lied verbreitete sich in kurzer Zeit im ganzen deutschen Reich. Ein Druck erhielt gleich acht Melodien auf die dieses "Nationallied" zu singen wäre. Das Lied fand zahlreiche Nachahmer und mehr oder weniger poetische Antworten und Gegenlieder. Hoffmanns "Deutschland Deutschland über alles" ist ohne "Sie sollen ihn nicht haben den freien deutschen Rhein" kaum denkbar.

Eins und Alles

Deutschland erst in sich vereint ! Auf ! Wir wollen uns verbinden, und wir können jeden Feind treuverbunden überwinden. Deutschland erst in sich vereint ! Lasset alles, alles schwinden, was ihr wünschet, hofft und meint ! Alles andere wird sich finden. Deutschland erst in sich vereint ! Danach strebet, danach ringet ! Daß der schöne Tag erscheinet, der uns Einheit wiederbringet. Deutschland erst in sich vereint ! Wenn uns das einmal gelinget, hat die Welt noch einen Feind, der uns wiederum bezwinget ? Den Geist dieses Gedichtes finden wir in der ersten Strophe des gerade zwei Monate später entstandenen Deutschlandliedes wieder, an dieser "Vorübung" kann man deutlich erkennen, daß es eben doch mit "Schutz und Trutz" nach außen gerichtet war und nicht nur die "reine Vaterlandsliebe" darstellt, wie so oft behauptet.

Fallersleben auf Helgoland

Die Heimatbeilage des- Osterholzer Kreisblattes, Heimat am Sonntag, vom 28. Mai 1967 berichtet über einen Spitzelbericht, der im Niedersächsischen Staatsarchiv gefunden wurde und der Details über Hoffmanns Aufenthalt auf Helgoland im August 1841 enthielt. Es folgen Auszüge aus diesem Bericht: "Man hatte einen gewissen Herrn "Kiesewetter aus St. Petersburg" - vermutlich ist das ein Tarnname für einen Agenten - nach Helgoland geschickt, der Hoffmann und seine Freunde beobachten und die Hannoversche Regierung über ihr Tun unterrichten mußte. Kiesewetter berichtete am 29. August von Norderney aus über die Zusammenkunft hannoverscher Oppositionsmitglieder auf Helgoland am 21. und 22. August 1841. "Die Doktoren Freudentheil und Holtermann aus Stade scheinen diese Zusammenkunft mit dem schon mehrere Wochen auf Helgoland gewesenen Professor Hoffmann aus Breslau, einem geborenen Hannoveraner und bekannten liberalen Poeten, verabredet zu haben. Am 21. August sind über hundert Landleute aus dem Bremischen…

Deutschland, Deutschland über alles

Deutschland, Deutschland über alles, Über alles in der Welt, wenn es nur zum Schutz und Trutze brüderlich zusammenhält. Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt. Deutschland, Deutschland über alles über alles in der Welt Deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang sollen in der Welt behalten ihren alten guten Klang. Uns zu edler Tat begeistern unser ganzes Leben lang Deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang. Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland, danach laßt uns alle streben brüderlich mit Herz und Hand ! Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand. Blüh‘ im Glanze dieses Glückes blühe deutsches Vaterland. Text: Hoffmann von Fallersleben - 26.8.1841 Melodie: Gott erhalte Franz den Kaiser (Josef Haydn)

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