Welch ein Flüstern (Café National)

Welch ein Flüstern, welch ein Summen !
Welch ein stiller Lesefleiß!
Nur Marköre schreien und Brummen:
Tasse schwarz! Und Tasse weiß!

Und die Zeitungsblätter rauschen,
und man liest und liest sich satt,
um Ideen einzutauschen,
weil man selbst gar wenig hat.

Und sie plaudern, blättern, suchen,
endlich kommt ein Resultat:
noch ein Stückchen Apfelkuchen!
Zwar der Kurs steht desolat.

Und sie sitzen, grübeln, denken,
und sie werden heiß und stumm,
und mit kühlenden Getränken
stärken sie sich wiederum.

So vertreibt man sich die Zeiten
nach des Tages Hitz´ und Last,
bis erfüllt mit Neuigkeiten
geht nach Haus der letzte Gast.

Doch am Morgen sieht sich wieder
hier der alte Lesekreis,
und man läßt sich häuslich nieder:
Tasse schwarz! Und Tasse weiß!

Juli 1841
Melodie: Wilhelm, komm an meine Seite

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